Es gibt gerade viele Gespräche über eine Gesundheits-Reform.
Eine Gesundheits-Reform ist eine Änderung im Gesundheits-System.
Bernhard Achitz sagt:
Man muss bei der Gesundheits-Reform an bestimmte Menschen denken.
Diese Menschen vergisst man oft.
Zum Beispiel:
- Menschen mit wenig Geld
- Menschen mit Behinderungen
- Frauen
- Menschen, die Rassismus im Gesundheits-System erleben.
Manche Menschen gehören zu mehreren von diesen Gruppen.
Diese Menschen haben besonders viele Probleme.
Denn Diskriminierung gibt es nicht nur in einer Gruppe.
Bernhard Achitz ist Volks-Anwalt.
Er hat am 27. Mai ein Forum geleitet.
Das Forum war von NGOs.
Das Forum war in den Räumen vom Dach-Verband der Sozialversicherungsträger.
Die Volksanwaltschaft macht jedes Jahr ein NGO-Forum.
Das ist eine Veranstaltung.
Bei der Veranstaltung geht es immer um ein bestimmtes Thema.
Dabei können die Menschen mit verschiedenen Personen reden.
Zum Beispiel:
- mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Behörden
- mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Sozial-Versicherungen
- mit Politikern und Politikerinnen.
In den letzten Jahren ging es um verschiedene Themen.
Zum Beispiel:
- soziale Grund-Rechte in der Verfassung
- Kinder-Rechte.
Die Volksanwaltschaft hat die Ergebnisse von den Veranstaltungen aufgeschrieben.Sie können die Ergebnisse hier lesen:
https://volksanwaltschaft.gv.at/berichte/ngo-forum-tagungsbaende/
Es gab eine Konferenz zum Thema Armut.
Dabei wurde klar:
Das System hat nicht nur blinde Flecken.
Es hat auch schwarze Löcher.
Martin Schenk ist von der Armuts-Konferenz.
Er sagt:
Menschen mit wenig Geld werden öfter krank.
Zum Beispiel:
- Diabetes
- Depressionen
- Rücken-Schmerzen.
Die Menschen haben dann auch weniger Mittel gegen die Krankheiten.
Die reichsten 10 Prozent von den Menschen leben 10 Jahre länger als die ärmsten 10 Prozent.
Alles wird teurer.
Das ist für Menschen mit wenig Geld besonders schlimm.
Schenk sagt:
Wir haben alle die gleichen Probleme.
Aber manche Menschen haben mehr Geld als andere Menschen.
Die Menschen mit mehr Geld können sich mehr leisten.
Zum Beispiel:
- Sie können zu einem privaten Arzt gehen.
- Sie können zum Zahn-Arzt gehen.
Menschen mit wenig Geld können das nicht.
Sie haben Angst vor den Kosten.
Die Kranken-Kasse bezahlt nämlich nicht alles beim Zahn-Arzt.
Eine Frau hat zu Schenk gesagt:
Ich habe wenig Geld.
Ich brauche neue Zähne.
Aber ich muss einen Teil von den neuen Zähnen selbst bezahlen.
Ich kann mir das nicht leisten.
Vielleicht muss ich dann meine Miete von dem Geld bezahlen.
Dann habe ich schöne Zähne.
Aber ich habe keine Wohnung mehr.
Aber oft kann man das Gesundheits-System nicht direkt besser machen.
Man muss andere Sachen besser machen.
Zum Beispiel:
- die Sozial-Politik
- die Bildungs-Politik.
Das sagt Schenk.
Schenk sagt auch:
Manche Kinder sind oft krank.
Diese Kinder leben oft bei Allein-Erziehenden.
Das heißt:
Die Mutter oder der Vater kümmert sich alleine um das Kind.
Aber es gibt zu wenig Plätze im Kindergarten für diese Kinder.
Deshalb kann die Mutter oder der Vater nicht arbeiten gehen.
Dann hat die Familie wenig Geld.
Und dann geht es den Menschen wieder schlechter.
Brigitte Heller ist vom Verein Lichter-Kette.
Sie sagt:
Im Gesundheits-System gibt es nicht nur blinde Flecken.
Es gibt auch schwarze Löcher.
Blinde Flecken heißt:
Man sieht etwas nicht.
Schwarze Löcher heißt:
Etwas ist ganz weg.
Menschen mit chronischen Krankheiten brauchen soziale Absicherung.
Das heißt:
Sie sollen Geld bekommen können.
Zum Beispiel Pflegegeld oder Früh-Pension.
Dafür müssen sie zu einem Termin gehen.
Bei dem Termin prüft jemand:
Sind sie wirklich krank?
Das Fachwort ist: Begutachtungs-Termin.
Für Menschen mit psychischen Krankheiten sind diese Termine sehr schwierig.
Sie müssen zeigen:
Ich bin krank.
Menschen mit Angst-Störungen können oft nicht zu den Terminen gehen.
Die Gutachter und Gutachterinnen müssen besser ausgebildet werden.
Und es soll eine Stelle für die Begutachtungen geben.
Manchmal gibt es zu wenig Medikamente.
Manche Menschen haben Geld.
Diese Menschen können die Medikamente dann auf dem freien Markt kaufen.
Der freie Markt ist ein Ort.
Dort kann man alles kaufen.
Aber manche Menschen haben kein Geld.
Diese Menschen können die Medikamente nicht auf dem freien Markt kaufen.
Das kann sehr gefährlich sein für Menschen mit psychischen Krankheiten.
Diese Menschen brauchen Psychopharmaka.
Psychopharmaka sind Medikamente für die Psyche.
Ohne Psychopharmaka können diese Menschen sterben.
Manchmal sind Menschen gefährlich für sich selbst.
Oder sie sind gefährlich für andere Menschen.
Dann kann eine Behandlung wichtig sein.
Aber die Menschen wollen die Behandlung vielleicht nicht.
Das ist ein großes Thema in der Psychiatrie.
Das Thema ist vor allem bei Jugendlichen wichtig.
Heller sagt:
Es gibt zu wenig Personal in der Psychiatrie.
Deshalb muss man manche Menschen gegen ihren Willen behandeln.
Und manche Menschen müssen Medikamente nehmen.
Dabei wollen sie das nicht.
Mit mehr Personal könnte man das oft vermeiden.
Alle Menschen haben ein Recht auf Gesundheit.
Das steht in der Menschen-Rechts-Konvention.
Aber Heller sagt:
Das Recht ist ja gut.
Aber wie kann ich das Recht bekommen?
Österreich hat die Sozialen Grund-Rechte nicht in der Verfassung.
Das ist ein großes Problem.
