60 Kinder von umstrittener Schulschließung betroffen – Volksanwalt Luisser schaltet sich ein

Elternverein und Volksanwalt Christoph Luisser setzen sich für Erhalt des Standorts Retznei ein. Bürgermeister lässt Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler im Ungewissen.

In der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ vom 6. Juni 2026 sprachen sich Volksanwalt Christoph Luisser, Vertreterinnen und Vertreter des Elternvereins gegen die drohende Schließung der steirischen Musikvolksschule Retznei aus. Dem ging ein Antrag des Ehrenhausener Bürgermeisters, Johannes Zweytick, auf Schließung des Schulbetriebs bei der steirischen Bildungsdirektion kurz vor Beginn der Sommerferien voraus. Davon wären rund 60 Kinder betroffen. Immerhin handelt es sich bei der Volksschule Retznei um einen großen Volksschulstandort im Gemeindegebiet.

Erschwerend kommt aus Sicht der Betroffenen hinzu, dass keine fundierten Konzepte über die Zukunft der Schülerinnen und Schüler sowie Angestellten vorgelegt wurden. Auch tragbare Alternativen wurden nicht kommuniziert. Unterstrichen wird die Bedeutung sowie der notwendige Erhalt der Schule durch den verliehenen Staatspreis für innovative Schulen. Als Schwerpunktschule für Musikerziehung gilt diese regional als Vorreiter und erfreut sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit.

„Die Vorgangsweise der Gemeinde ist nicht gesetzeskonform. Nach dem Pflichtschulerhaltungsgesetz besteht die Verpflichtung, Eltern und Lehrer anzuhören, was bis dato nicht der Fall war“, sagte Volksanwalt Luisser. „Durch fehlende transparente Konzepte werden die Kinder, deren Eltern und Bedienstete im Stich gelassen.“

Aufklärung und Transparenz ist Gebot der Stunde

Obwohl für den Bürgermeister sowie den Gemeinderat, der lediglich mit knapper Mehrheit für die Schließung gestimmt hat, die Beendigung des Schulbetriebs offensichtlich bereits als fixiert gilt, trifft die Letztentscheidung die Bildungsdirektion. Behördlich entschieden kann über den Antrag jedenfalls erst werden, wenn dieser vollständig eingelangt ist.

„Das fehlende Raumnutzungskonzept und die nicht vorhandene Gesprächsbereitschaft seitens der Gemeinde stellen eine untragbare Belastung für alle Beteiligten, insbesondere Lehrer, Schüler und Eltern dar“, ergänzt Volksanwalt Luisser. „Noch vor Schulbeginn muss auf schnellstmögliche Art und Weise eine tragbare Lösung gefunden werden, die nicht zu einem Nachteil für die Involvierten führt, das erforderliche Raumangebot zukunftssicher macht und die Bildungsqualität in der Region erhält.“
 


Portraitfoto von Volksanwalt Luisser