Volksanwalt Luisser leitet umfangreiche Prüfung zu Wiener „Saunaklassen“ ein

Volksanwalt Christoph Luisser leitet wegen rätselhafter Studie aus dem Jahr 2021 und angeblichem Sprechverbot für Lehrer amtswegiges Prüfverfahren ein

Brütend heiße Schulen, erschöpfte Schüler und mundtot gemachte Lehrer - Medienberichterstattungen zufolge beauftragte die Stadt Wien im Jahr 2021 eine Studie, um herauszufinden, wie die extrem hohen Raumtemperaturen in den Wiener Klassenzimmern gesenkt werden können.

Fünf Jahre später wird nun die aufschlussreiche Erkenntnis öffentlich bekannt: Die Studie empfiehlt Lüften, LED-Beleuchtung, Beschattung und Unterricht im Freien – um ganze 50.000 € Steuergeld, wie die „Kronen Zeitung“ am 1. Juli 2026 berichtete.

Für Volksanwalt Christoph Luisser eine Farce: „Die Wiener Stadtregierung kümmert die Gesundheit der Schüler und Lehrer augenscheinlich überhaupt nicht. Anstatt das Geld sinnvoll zu investieren, wie zum Beispiel in Klimaanlagen oder Ventilatoren, wird eine nichtssagende Studie in Auftrag gegeben. Die armen Schüler und Lehrer dürfen zwischenzeitlich in ihren „Saunaklassen“ unter der hochsommerlichen Glut weiter schwitzen und leiden.“

„Ich habe dazu ein amtswegiges Prüfverfahren in die Wege geleitet. Diese ominöse Studie wird von mir akribisch durchleuchtet werden. Sämtliche Aspekte und Umstände dieser Causa gehören vollumfänglich aufgeklärt“, sagte Luisser ergänzend.

Volksanwalt prüft parallel zwei eingebrachte Beschwerden von Eltern – Maulkorb für Lehrer?

Parallel dazu befinden sich bei Volksanwalt Luisser zwei Beschwerden in Bearbeitung. Betroffen ist die Wiener Volksschule Eßlinger Hauptstraße, in der zuletzt fast 41 Grad gemessen wurden. Im Zuge dessen wurde die Stadt Wien unverzüglich vom Volksanwalt zur Stellungnahme aufgefordert. Eine Antwort ist bislang noch nicht eingelangt.

Erschwerend kommt hinzu, dass laut den betroffenen Eltern, Lehrer nicht mehr über die Temperaturen in ihren Klassen sprechen dürfen. „Mir wurde durch Medien bekannt, dass Lehrern ein Sprechverbot auferlegt wurde. Demnach dürfen diese nicht mehr über die Zustände in den Klassen sprechen. Auch dieser Vorwurf wurde in meinem Schreiben an das Rathaus thematisiert und wird genauestens beleuchtet werden. Ich werde an der Sache dranbleiben, bis eine dauerhaft akzeptable Lösung gefunden wurde“, zeigt sich der Volksanwalt kämpferisch.


Volksanwalt Christoph Luisser