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SEE Netzwerktreffen für Menschenrechte in Wien

12. Oktober 2016

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr (11.-12. Oktober 2016) trafen sich Vertreter aus Südosteuropa in Österreich, um gemeinsam Standards für Alten- und Pflegeeinrichtungen zu erarbeiten und weiterzuentwickeln. Im Plenum herrschte Einigkeit: In vielen Einrichtungen fehlt Personal und der Fokus auf den sozialen Aspekt.

„Internationale und einheitliche Standards in der Pflege, Betreuung und Unterbringung sind essentiell für das Wohl aller Betroffenen“, betonte Volksanwalt Dr. Günther Kräuter. Seit November 2015 hat die Volksanwaltschaft für ein Jahr den Vorsitz im SEE (South-East Europe) NPM Netzwerk inne. Im Zuge des Nationalen Präventionsmechanismus (NPM) kontrollieren Kommissionen in den einzelnen Mitgliedsländern Orte, an denen es zur Freiheitsentziehung kommt oder kommen kann – dazu gehören auch Alten- und Pflegeeinrichtungen. Im Kern geht es darum, Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden.

Vertreterinnen und Vertreter aus Albanien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Österreich, Serbien, Slowenien, Ungarn, Griechenland und Rumänien nahmen am bereits zweiten Arbeitstreffen in diesem Jahr teil. Österreichische Kommissionsmitglieder besuchten gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den übrigen Mitgliedsländern verschiedene Alten- und Pflegeeinrichtung in Österreich, um die Überprüfung durch die Kommissionen der Volksanwaltschaft in der Praxis zu beobachten.

Da es an verbindlichen internationalen Standards mangelt, stellt die Kontrolle der Alten- und Pflegeheime die Expertinnen und Experten der NPMs vor große Herausforderungen. Diskutiert wurden insbesondere auch Schwierigkeiten im Umgang mit Demenzkranken sowie Gefahren, die sich durch mentale, physische und psychische Freiheitseinschränkungen aufgrund medikamentöser Behandlung ergeben können.

Einigkeit herrschte im Plenum über das allgegenwärtige Problem der personellen Unterbesetzung. Zudem fehle in vielen Einrichtungen der Fokus auf den sozialen Aspekt. Die Forderung nach genügend Personal stand dabei im Zentrum. Nur so bleibe für den Einzelnen genügend Betreuungszeit und nur so könne das Personal auf spezielle Bedürfnisse Rücksicht nehmen.

Die NPM-Einrichtungen aus Griechenland und Rumänien wurden im Zuge des Netzwerktreffens neu in das SEE NPM Netzwerk aufgenommen.

 

Mehr Informationen zum SEE NPM Netzwerk finden sie hier.