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Eine von Fünf
Die Volksanwaltschaft beherbergt seit 2009 das Generalsekretariat des Internationalen Ombudsmann Institutes.
  • International Ombudsman Institute

    Die Volksanwaltschaft beherbergt seit 2009 das Generalsekretariat des International Ombudsman Institute (IOI). Das IOI ist eine unpolitische internationale Organisation für unabhängige Verwaltungskontrollorgane auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene.

  • Struktur

     

    Das IOI wurde 1978 gegründet und hat sechs Regionalgruppen in Afrika, Asien, Australien und im Pazifischen Ozean, in der Karibik und Lateinamerika sowie in Nordamerika und Europa. Die 175 Mitglieder sind nationale, regionale und lokale Ombudsmann-Einrichtungen aus rund 90 Staaten.

    Das International Ombudsman Institute (IOI) ist eine unabhängige und unpolitische internationale Organisation und die einzige global agierende Interessenvertretung für unabhängige Verwaltungskontrollorgane. Durch ihre Tätigkeit fördert sie den Austausch von Information und Erfahrungen zwischen Ombudsmann-Einrichtungen weltweit.

     

     

     

    Seit September 2009 beherbergt die Volksanwaltschaft das Generalsekretariat des IOI. Das Generalsekretariat wird von einem Mitglied der Volksanwaltschaft geleitet. Von 2009 bis Juni 2013 war Dr. Peter Kostelka als IOI Generalsekretär tätig. Derzeit übt Volksanwalt Dr. Günther Kräuter das Amt des Generalsekretärs aus.

    Mit der Übersiedlung nach Wien im Jahr 2009 ging auch eine neue inhaltliche Schwerpunktsetzung einher. Nicht nur der informelle Meinungsaustausch zwischen Ombudsmann-Einrichtungen wurde intensiviert, sondern auch erstmals Schulungen für Ombudspersonen sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt. Dieses Trainingsangebot wird laufend erweitert.

    Bei der Weltkonferenz 2012 in Neuseeland wurde eine umfassende Statutenänderung von der IOI Generalversammlung bestätigt und damit einen noch inklusiveren Zugang für die Aufnahme von neuen Mitgliedern ermöglicht.

    Der Vorstand der Organisation setzt sich aus 21 Ombudsleuten aus allen sechs Weltregionen zusammensetzt. An der Spitze des Vorstands steht seit Oktober 2014 Präsident John R. Walters, Ombudsmann von Namibia.

    Auch die Kooperation mit anderen internationalen Organisationen  konnte in den letzten Jahren verstärkt werden. Im November 2012 unterzeichnete das IOI ein Abkommen mit der Internationalen Anti-Korruptionsakademie (IACA). Ziel ist eine verstärkte Zusammenarbeit zur Korruptionsbekämpfung und die Koordination von einschlägigen Ausbildungsangeboten. Im April 2013 wurde ein Memorandum of Unterstanding mit der African Ombudsman and Mediators Association (AOMA) unterzeichnet. Weitere Kooperationsabkommen mit Partnerorganisationen in Lateinamerika (Federation of Ibero-American Ombudsman und Institute of Latin-American Ombudsmen) und Europa (British and Irish Ombudsman Association) folgten. Das IOI steht außerdem in regelmäßigem Kontakt mit der Weltbank und den Vereinten Nationen (UNO). 

     

     

  • Regionale Projekte

     

    Aus Vereinsmitteln finanziert das IOI seit dem Jahr 2011 Subventionen für wegweisende Regionalprojekte, die im Rahmen eines Ausschreibungsverfahren vergeben werden. Im Mittelpunkt der Projekte stehen der Wissenstransfer zwischen den Weltregionen und der Erfahrungsaustausch innerhalb der Regionen zu aktuellen Themen.

     

    Seit 2011 konnten zahlreiche Projekte dank der finanziellen Unterstützung des IOI erfolgreich umgesetzt werden. Die Palette ist breit und umfasst interessante und innovative Projekte in den sechs IOI Weltregionen.

    Neben Trainings und Workshops wurde eine Kampagne zu Menschenrechten von Häftlingen finanziert. In Kanada konnte mit der finanziellen Unterstützung des IOI ein Handbuch und Instrumentarien entwickelt werden, die helfen sollen die Auswirkung der Arbeit von Ombudseinrichtungen evaluieren zu können. In Australien entstand mit Hilfe des Subventionsprogramms ein „Starter Kit“, welches jungen Ombudseinrichtungen beim Aufbau der jeweiligen Institution helfen soll. In Europa unterstützt das IOI den Aufbau eines International Law Institute auf Malta; um nur einige dieser ambitionierten Projekte zu nennen.

     

     

     

  • Schulungen

    Wissenstransfer in Form von Schulungen ist einer der Schwerpunkte des IOI. Vom Wiener Generalsekretariat werden regelmäßig Trainings für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ombudsmann-Einrichtungen abgehalten. Regionale Schulungen in allen sechs Regionalgruppen werden ebenfalls unterstützt.

    Das IOI arbeitet dabei mit renommierten Partner wie der schottischen Queen Margarete University, der International Anti-Corruption Academy (IACA), der Association for the Prevention of Torture (APT) oder Ombudsmann-Einrichtungen aus Kanada und Australien zusammen.

    Die Zusammenarbeit mit IACA wurde im Rahmen eines Anti-Korruptionstrainings in Curacao, das auf die Bedürfnisse karibischer Ombudseinrichtungen zugeschnitten war, weiter ausgebaut. Ein sehr erfolgreiches erstes IOI Training mit NPM-Fokus im Juni 2015 führte ein Jahr später zu einem Folgetraining das sich spezifischeren Bereichen der NPM-Arbeit von Ombudseinrichtungen widmete. Die Trainingskooperation mit der Asian Ombudsman Association wurde mit einem Training über Beschwerdemanagement und schwierige Beschwerdeführer, das im März 2015 in Thailand stattfand, fortgesetzt und ein spanischsprachiges Training zum Thema Beschwerdemanagement konnte erstmals im Juni 2016 in Argentinien angeboten werden. 

    All diese Schulungen können von IOI Mitgliedsorganisationen kostenlos in Anspruch genommen werden. Zusätzlich werden je nach Bedarf und Möglichkeit Stipendien vergeben.

     

  • Wissenschaft und Forschung

    Das IOI intensiviert seine Tätigkeit im Bereich Wissenschaft und Forschung. Demnächst startet ein Forschungsprojekt zur vergleichenden Analyse von Ombudsmann-Einrichtungen in der Region Asien.

    Das vom IOI beauftragte Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte führte von Frühjahr 2011 bis Sommer 2012 eine vergleichende Analyse der Ombudsmann-Einrichtungen im australasiatischen und pazifischen Raum durch, welche Anfang 2013 publiziert wurde.

    Derzeit bereitet das Generalsekretariat in Wien die Fortsetzung dieser Reihe von Publikationen über weltweit existierende Ombudsmann-Einrichtungen vor. Der nächste Teil dieser vergleichenden Forschungsreihe, mit der das IOI zur wissenschaftlichen Behandlung des Ombudsmann-Konzepts beitragen will, widmet sich der asiatischen Region und wird voraussichtlich im Rahmen der 11. IOI Weltkonferenz – die im November 2016 in Thailand stattfindet – vorgestellt.