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Schutz für sich und andere durch Masernimpfung

27. Mai 2017

Mehr als 20.000 Kinder in Österreich sind derzeit nicht gegen Masern geimpft. Die Durchimpfungsrate beträgt hierzulande 87 %, in manchen Bezirken sogar nur 70 %. Um die Krankheit zu beseitigen und einen sogenannten „Herdenschutz“ herzustellen, müssten 95 % der Bevölkerung geimpft sein. Täglich sterben laut WHO weltweit 400 Kinder an der Infektionskrankheit.

Im der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ sprach Volksanwalt Günther Kräuter mit dem Sektionschef im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Dr. Gerhard Aigner.

Die Volksanwaltschaft fordert angesichts der dramatischen Zahlen einen verpflichtenden Impfschutz gegen Masern an Kindergärten, Krippen und Schulen sowie für Gesundheitspersonal - und zwar aus mehreren guten Gründen: Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sie sind hochansteckend und können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. In 20 von 100 Masernfällen treten Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohr- und Lungenentzündung auf. Bei etwa einem von 1000 Erkrankten kommt es zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung.

Konkret schlägt Volksanwalt Kräuter vor, den Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes an Impfungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes zu knüpfen.

„Mit dem Erreichen des „Herdenschutzes“ sind auch Menschen geschützt, die nicht gegen Masern geimpft werden können, etwa Säuglinge, Krebspatienten oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.“, so Volksanwalt Kräuter.

 

Nachgefragt: Versorgungsmangel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Der Bedarf an kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen steigt stetig. Während bei Kindern Trennungsängste oder Essstörungen auftreten, sind Jugendliche häufig von teils schweren Persönlichkeitsstörungen betroffen. Während die Versorgung in Kärnten und Niederösterreich weitgehend sichergestellt ist, spricht Volksanwalt Kräuter von einem „eklatanten Versorgungsdefizit“ in der Steiermark, in der es etwa keine einzige Kassenstelle für einen Facharzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt. Überdies gibt es an der Universitätsklinik in Graz keine Professur für das Fach der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

In Wien sind die Ordinationen von Fachärzten der Kinder- und Jugendpsychiatrie weiterhin überlaufen. Der Wiener Krankenanstaltenverbund teilt mit, dass „man intensiv am Ausbau der vorhandenen Strukturen arbeite“. Die Bettenzahl soll bis 2019 von aktuell 64 Betten auf 113 aufgestockt werden. In der Steiermark werden zumindest die für 2018 geplanten regionalen Ambulanzen für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche vorgezogen.

Die Kritik, dass es nach wie vor keine Kassenplanstellen für Kinder- und Jugendpsychiater gibt, bleibt für die Volksanwaltschaft aufrecht.