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Pressefrühstück Kinder- und Jugendpsychiatrie: "Defizite und Perspektiven"

15. März 2016

Heute Dienstag, den 15. März 2016, fand in der Volksanwaltschaft ein Pressefrühstück zum Thema Kinder- und Jugendpsychiatrien: "Defizite und Perspektiven" statt. Volksanwalt Dr. Günther Kräuter, die Wiener Patientenanwältin Dr. Sigrid Pilz und der Bereichsleiter von VertretungsNetz/Patientenanwaltschaft Mag. Bernhard Rappert stellten dabei ihre Sicht der Dinge dar.

Zunehmend mehr Minderjährige in Österreich brauchen eine spezialisierte kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung. Weder die in kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilungen vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten noch das ambulante Angebot decken den Bedarf ab. Sowohl die im österreichischen Strukturplan Gesundheit ausgewiesenen Bettenkennzahlen von 0,08 Betten pro 1000 Einwohner als auch der quantitative Richtwert für sogenannte „ambulante KJP-Einheiten" (eine ambulante kinder- und jugendpsychiatrische Einheit pro 250.000 Einwohner) werden bundesweit deutlich unterschritten.

In Wien werden täglich durchschnittlich zwei Minderjährige im Alter zwischen 12 und 17 Jahren zwangsweise auf Erwachsenenpsychiatriestationen untergebracht, weil die Kapazitäten der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht ausreichen. In einem tragischen Fall führte diese Art der Unterbringung zum Suizid einer 16 jährigen Patientin. Obwohl ambulante und tagesklinische Behandlungsangebote im Vorfeld von Krisen weniger in die Lebensverhältnisse der Kinder und jungen Menschen eingreifen würden, sind auch diese ungenügend ausgebaut. Es gibt zu wenig Fachärztinnen und Fachärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrie und zu wenige Ausbildungsplätze.

 

Forderungen:

- AKUT: Schaffung von 15 Betten für Minderjährige zB an der Kinder-/Jugendpsychiatrischen    Abteilung Rosenhügel

- Behandlung von Minderjährigen nur auf Stationen für Kinder- und Jugendpsychiatrie

- Aufstockung der Ausbildungsplätze von Fachärztinnen und Fachärzten

- Ausbau der tagesklinischen und ambulanten Strukturen

- Umgehender Ausbau der Bettenkapazitäten der stationären KJP