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Volksanwalt Kräuter prüft fragwürdige Praxis bei Tiertransporten

8. März 2019

Gesundheitsministerium soll Auskunft über Kontrollen und Maßnahmen gegen Tierleid geben: Anlässlich der aktuell bekannt gewordenen Mängel bei Tiertransporten aus Bayern in die Steiermark leitet Volksanwalt Günther Kräuter ein amtswegiges Prüfverfahren ein: „Schweine müssen stundenlang eingepfercht in LKW ausharren, weil die Tiertransporte mitten in der Nacht, lange vor Öffnen des Schlachthofes, ankommen. Das ist inakzeptabel!“ 

Laut EU-Verordnung müssen Tiertransporte so kurz wie möglich gehalten werden und ohne Verzögerungen erfolgen, um Tierleid nicht unnötig zu vergrößern. Schon vor der Beförderung sind alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um den Bedürfnissen der Tiere während der Beförderung Rechnung zu tragen. Aus den Transportpapieren müssen Tag und Uhrzeit des Beginns solcher Transporte sowie die voraussichtliche Beförderungsdauer ersichtlich sein.

Tierschützer haben angezeigt, dass im Anlassfall jedoch beinahe jede Nacht Schweine aus Deutschland in die Südsteiermark gekarrt und dann stundenlang am Rastplatz abgestellt würden.

Kräuter fordert nun vom zuständigen Gesundheitsministerium Aufklärung: „Wie häufig werden Tiertransporte und Transportpapiere kontrolliert? Wie viele Strafanzeigen gab es in den vergangenen 5 Jahren wegen ähnlicher Verletzungen der einschlägigen EU-Verordnung?“ Weiters werde die Volksanwaltschaft prüfen, welche behördlichen Maßnahmen gegen systematische Rechtsverletzungen ergriffen werden, und ob mit den deutschen Behörden im konkreten Fall eine gemeinsame Strategie verfolgt wird.

Kräuter verweist auch auf ein weiteres Prüfverfahren der Volksanwaltschaft bei dem fragwürdige Kälbertransporte in Vorarlberg untersucht werden. „Rein wirtschaftliche Betrachtungsweisen dürfen nicht zu unzulässigen Praktiken und somit zu Tierquälerei führen“, so Kräuter abschließend.